Eine internationale Organisation, die sich mit den Regeln des Handels zwischen Nationen befasst. WTO-Abkommen, Handelsstreitigkeiten und Zollverhandlungen können über ihre Auswirkungen auf Handelsströme die Währungsbewertungen beeinflussen.
Was die WTO tut
Die Welthandelsorganisation wurde 1995 als Nachfolgerin des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) gegründet. Sie bietet einen Rahmen für die Aushandlung von Handelsabkommen, die Beilegung von Handelsstreitigkeiten und die Überwachung nationaler Handelspolitiken. Die WTO hat 164 Mitgliedsländer, die über 98 % des Welthandels abdecken.
WTO und Währungsmärkte
WTO-Entscheidungen beeinflussen Währungen über ihre Auswirkungen auf die Handelsbilanz-Dynamik. Entscheidet die WTO gegen die Handelspraktiken eines Landes und genehmigt Vergeltungszölle, können die Exporte des betroffenen Landes sinken und seine Währung unter Druck geraten. Umgekehrt kann ein erfolgreicher WTO-Beitritt (wie Chinas 2001) Handelsströme ankurbeln und die Währung des neuen Mitglieds stützen.
Handelsstreitigkeiten, die außerhalb der WTO-Kanäle eskalieren (wie bilaterale Zollkriege), können erhebliche Forex-Volatilität erzeugen. Die US-chinesischen Handelsspannungen ab 2018 verursachten große Bewegungen im Chinesischer Yuan (CNY/CNH) und beeinflussten die Risikostimmung an den globalen Währungsmärkten.
Moderne Herausforderungen
Das Streitbeilegungssystem der WTO steht vor Herausforderungen, und bilaterale Handelsabkommen haben an Bedeutung gewonnen. Trader sollten sowohl WTO-Verfahren als auch bilaterale Handelsverhandlungen auf mögliche Währungsauswirkungen überwachen.
Verwandte Begriffe
Handelsbilanz
Die Differenz zwischen den Exporten und Importen eines Landes bei Gütern und Dienstleistungen. Ein Handelsüberschuss (Exporte übersteigen Importe) ist generell positiv für eine Währung, während ein Handelsdefizit (Importe übersteigen Exporte) sie belasten kann.
Terms of Trade
Das Verhältnis zwischen den Exportpreisen und Importpreisen eines Landes. Verbesserte Terms of Trade (Exportpreise steigen relativ zu Importpreisen) stärken tendenziell eine Währung, verschlechterte schwächen sie.
G20 (Gruppe der Zwanzig)
Ein internationales Forum aus 19 Ländern plus der Europäischen Union und der Afrikanischen Union, das die größten Volkswirtschaften repräsentiert. Die G20 befasst sich mit globalen Wirtschaftsfragen einschließlich Wechselkurspolitik, Finanzregulierung und Handel.
Internationaler Währungsfonds (IWF)
Eine internationale Organisation mit 190 Mitgliedsländern, die globale monetäre Zusammenarbeit, Finanzstabilität und Wirtschaftswachstum fördert. Der IWF vergibt Kredite an Länder in finanzieller Notlage und überwacht globale Wechselkurspolitiken.
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