Eine bewusste Senkung des Wechselkurses einer Währung durch die Regierung oder Zentralbank, oft um Exporte wettbewerbsfähiger zu machen oder Handelsungleichgewichte zu korrigieren.
Was ist Währungsabwertung?
Währungsabwertung (Devaluation) ist eine bewusste Senkung des offiziellen Wechselkurses durch die Regierung oder Zentralbank. Dies unterscheidet sich von einer Abschwächung (Depreciation), die durch Marktkräfte entsteht. Abwertungen treten bei Ländern mit Währungsbindung oder verwalteten Wechselkursen auf.
Warum Abwertungen stattfinden
Hauptgründe: Exportförderung (eine billigere Währung macht Exporte international wettbewerbsfähiger), Korrektur von Handelsbilanz-Defiziten, Erschöpfung der Devisenreserven (die Zentralbank kann die Bindung nicht mehr verteidigen) und externe Schocks.
Abwertungen im Forex
Abwertungen verursachen oft die größten Einzelbewegungen im Forex-Markt. Die Aufgabe des EUR/CHF-Bodens durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) 2015, Chinas Überraschungsabwertung des Yuan 2015 oder Argentiniens wiederholte Peso-Abwertungen hatten globale Auswirkungen.
Forex-Händler spekulieren manchmal auf bevorstehende Abwertungen, indem sie die Währung shorten. Warnzeichen: sinkende Devisenreserven, wachsende Schwarzmarktprämie und zunehmende Kapitalverkehrskontrollen.
Verwandte Begriffe
Währungsbindung
Ein fester Wechselkurs, bei dem eine Zentralbank den Wert ihrer Währung an eine andere Währung (meist den US-Dollar) koppelt und den Kurs durch Interventionen innerhalb einer engen Bandbreite hält.
Wechselkurs
Der Preis einer Währung ausgedrückt in einer anderen Währung. EUR/USD bei 1,0850 bedeutet: 1 Euro entspricht 1,0850 US-Dollar.
Kapitalverkehrskontrollen
Staatliche Beschränkungen des grenzüberschreitenden Kapitalverkehrs, die den freien Fluss von Geld in und aus einem Land begrenzen. Sie beeinflussen die Währungsliquidität und können künstliche Wechselkurse aufrechterhalten.
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