Kauf und Verkauf von Wertpapieren durch eine Zentralbank am offenen Markt, um die kurzfristigen Zinsen und die Liquidität im Bankensystem zu steuern.
Was sind Offenmarktgeschäfte?
Offenmarktgeschäfte (Open Market Operations, OMO) sind der primäre Mechanismus, mit dem eine Zentralbank ihren Leitzins (Leitzins) umsetzt. Durch den Kauf von Wertpapieren (meist kurzfristige Staatsanleihen) fügt die Zentralbank Liquidität hinzu und drückt Zinsen. Durch den Verkauf entzieht sie Liquidität und erhöht Zinsen.
OMO und Forex
Routinemäßige OMO bewegen den Forex-Markt normalerweise nicht direkt, da sie der Implementierung bereits angekündigter Zinsentscheidungen dienen. Außergewöhnliche OMO (wie Notfallkäufe während einer Krise) können jedoch signifikante Währungsbewegungen auslösen.
Quantitative Lockerung (QE) ist im Grunde eine massive, langfristige Offenmarktoperation, die über normale Steuerungsmaßnahmen hinausgeht.
EZB-Offenmarktgeschäfte
Die EZB führt wöchentlich Hauptrefinanzierungsgeschäfte und monatlich längerfristige Refinanzierungsgeschäfte (LTRO) durch. In Krisenzeiten kamen gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO) hinzu, die dem Bankensystem erhebliche Liquidität zuführten.
Verwandte Begriffe
Geldmenge
Die Gesamtmenge des im Umlauf befindlichen Geldes in einer Volkswirtschaft. Änderungen der Geldmenge beeinflussen Inflation, Zinsen und langfristig auch Währungskurse.
Zentralbank
Eine nationale Institution, die die Geldpolitik steuert, Zinssätze festlegt und die Währungsstabilität überwacht. Zentralbank-Entscheidungen sind die wichtigsten Treiber im Forex-Markt.
Quantitative Lockerung (QE)
Eine ungewöhnliche geldpolitische Maßnahme, bei der eine Zentralbank Wertpapiere (hauptsächlich Staatsanleihen) kauft, um die Geldmenge zu erhöhen und die Wirtschaft zu stimulieren. QE schwächt typischerweise eine Währung.
Zinssatz
Der Preis für das Leihen von Geld, festgelegt von Zentralbanken als Leitzins. Zinsdifferenzen zwischen Ländern sind der wichtigste fundamentale Treiber für Währungskurse.
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